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Der alte Mann

Staudamm

Staudamm

Die schweren schwarzen Stiefel, scharrend wie Hunde vor dem Kaninchenkäfig, sie klopfen an seine Tür. Ungeduldig darauf wartend, dass er das Haus verlässt. Er, das Kaninchen ohne Ausweg.

 

Es klopft an seine Tür. Ungeduldig, darauf wartend, dass er das Haus verlässt. Die schweren schwarzen Stiefel, scharrend wie Hunde vor dem Kaninchenbau. Er, das Kaninchen ohne Ausweg.
Sie würden nicht weggehen. Es klopfte erneut, diesmal energischer. Sie verlieren die Geduld. Bereit zum Angriff.
Sie haben einen Befehl und ohne diesen auszuführen rühren sich die Jagdhunde im Militärmantel nicht vom Fleck.
Sie kamen früher als erwartet. Er wollte Vorkehrungen treffen. Sie austrixen, aber genau das ist deren Strategie. Zuschlagen bevor man sich wehren kann. So sind die Geier da oben in der Politik. Sie treffen fröhlich Entscheidungen und scheren sich eine Dreck was mit dem Volk passiert. Sie kommen und fallen über das Aas her was übrig bleibt.
Generationen haben sich abgeschuftet diesen Hof aufzubauen. Er ist sich sicher, so hart hat noch keiner von denen da oben gearbeitet. Wozu auch, wir bezahlen ihnen ja alles und sie nehmen uns alles ohne mit der Wimper zu zucken wieder weg. Sie haben keine Ahnung was dahinter steckt. Jeden Tag die harte Arbeit auf dem Hof um dann ein paar lächerliche Cent für die Milch zu bekommen. So war es schon immer, daran hatte er sich gewöhnt. Das Leben auf dem Land ist nicht einfach aber wenigstens gibt es einem eine Existenz. Seine Berechtigung hier zu sein, die ihn alle Energie kostet.
Was wird mit all den Tieren passieren? Werden sie sie aus dem Tal bringen bevor sie es fluten? Was einmal auf dem Grund des Stausees war interessiert nachher niemanden mehr. Irgendeiner dieser hohen Geier wird sich eine Medaille umhängen, für grüne Energie und nach dem hart arbeitenden, glücklichen Bauern auf dem Grund des Sees fragt keiner mehr.

Ach nein, sie haben ja andere Pläne für ihn, deswegen sind sie gekommen. In einem Altersheim soll er verrückt und noch älter werden, ohne Aufgabe ohne Existenz.

 

NEIN!! Nicht mit ihm!
Entschlossen springt er auf, holt sein Gewehr aus dem Schrank und öffnet die Tür.
Die gestiefelten Befehlsausführer scharrend davor. Versuchen ihn am Arm zu packen, zu beruhigen, reden von in Sicherheit bringen..

Das einzige was er sieht, sind seine Tiere, bereits auf den Lastern davon rollen und mit ihnen seine ganze Existenz.
Er fällt er auf die Knie, entsichert das Gewehr und legt sein Kinn darauf.
Als er abdrückt zuckt er zusammen und stößt mit seiner Hand die Nachttischlampe um. Die Glühbirne zerspringt als diese zu Boden fällt.

 

Es klopft erneut..

{Als er öffnet fällt sein Nachbar mit der aktuellsten Ausgabe der Regionalzeitung fast in seine Arme. Der Staudamm wurde abgesagt.}

Daniela Kohler

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